Kitzrettung mit einer Wärmebilddrohne -Was steckt dahinter?
Hier mal ein paar Fakten zur Rehkitzrettung und Erklärung dazu

Jedes Jahr zur Mahd
Jedes Jahr werden in Deutschland tausende Rehkitze bei
der Frühjahrsmahd getötet oder verstümmelt. Wenn wir
diesem Gemetzel ein Ende setzen wollen, müssen wir
modernste Technik einsetzen: Die Wärmebildtechnik von
Drohnen ist heute so weit entwickelt, dass sich der Rehnachwuchs schnell und zuverlässig finden lässt.
Die Waidgerechtigkeit gebietet uns, die effektivste Technik
zur Rettung von Kitzen und Wiesenbrütern einzusetzen.
Dieser Meinung ist auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), weshalb der Kauf von
Kitzrettungsdrohnen seit 2021 für Jagdvereine subventioniert wird.

Warum müssen die Kitze und Bodenbrüter eigentlich jedes Jahr durch den
Menschen gerettet werden?
Es sind doch Wildtiere, hat die
Natur denn nicht selbst fürs Überleben gesorgt?
Grundsätzlich schon, doch leider kollidiert die Schutzstrategie der Rehe mit unserer Form der Landnutzung: Bei Gefahr
rennen Rehkitze nicht einfach davon, sondern bleiben regungslos liegen. Sie vertrauen auf ihre Tarnfarbe und den Sichtschutz durchs hohe Gras. Geruch geben sie auch fast keinen
ab.
Sie sind also praktisch unsichtbar für Fuchs, Wildschwein und
allerlei andere hungrige Mäuler. Gegen ein Mähwerk nützt
das leider alles nichts. Und so werden die saftigen Frühjahrswiesen jedes Jahr zur Todesfalle für die kleinen Bambis.

Die Verantwortung liegt hier beim Landwirt
Eigentlich liegt das rechtzeitige Auffinden der Kitze in der
Verantwortung der Bauern, denn nach §17 Tierschutzgesetz
machen sie sich strafbar, wenn sie bei der Mahd den Tod des
Rehnachwuchses billigend in Kauf nehmen. Das ist aber in
der Praxis kaum möglich, zu groß sind die Flächen und zu
schnell die Maschinen. Zudem sind oft Lohnunternehmer
unterwegs, bei denen Zeit Geld ist.

Tierschutzvereine und Jäger übernehmen die Rettung des Rehnachwuchs
Unser Team besteht aus ehrenamtlichen Jäger und Helfern.
Deshalb ist es Tradition, dass die örtlichen Jäger den Grundbesitzer unterstützen. Gebräuchlich war bisher das Aufstellen
von Wildscheuchen oder das Absuchen der Fläche mit dem
Jagdhund. Manchmal fanden sich auch ehrenamtliche
Helfer, die in Form einer Menschenkette die Fläche abgingen.
Doch alle diese Methoden sind nur bedingt zuverlässig.
Durch den Einsatz von Drohnen mit geeigneten Wärmebildkameras steht seit einigen Jahren eine effiziente Technik zur
Verfügung, um Rehkitze und Wiesenbrüter vor dem Mähtod
zu bewahren. Weil Drohnen ein wirksames Tierschutzinstrument sind, bezuschusst das Bundesministerium für
Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) seit 2021 Kreisjagdvereine und Jägervereinigungen bei der Anschaffung.

Vorteile der Drohnen bei der Rehkitzrettung
Drohnen spielen zwei Trümpfe aus: Sie sind genau und sie
sind schnell. Mit einer Drohne schaffst du es, einen Hektar in
gut einer Minute abzusuchen. Mit deinem Hund dauert diese
Suche dagegen etwa eine Stunde.
Nehmen wir einmal an, die abzusuchenden Wiesenflächen
wären insgesamt 18 ha groß, dann bräuchtest du theoretisch 18 Stunden – die Drohne dagegen nur 20 Minuten. Und
das bei einer Treffergenauigkeit von 100%, wohingegen der
Hundenase durchaus das eine oder andere Kitz durch die
Lappen gehen kann. Und: Der Hund braucht Pause, die
Drohne nur Akku.

Wie wurde das Absuchen denn früher bzw. vor den Drohnen gemacht?
Nun, dafür wurden brauchbare Hunde eingesetzt, die allerdings bei großen Flächen schnell überfordert waren.
Man erkennt schnell, wo das Hauptproblem liegt: Bei
größeren Wiesenflächen ist ein einzelner Jäger mit Hund völlig
überfordert. Und der Bauer tippt derweil schon nervös aufs
Gaspedal, weil er endlich mit dem Mähen anfangen will.
Und es bringt auch nichts, die Wiese einfach gemütlich am
Tag zuvor abzusuchen, denn dann führt die Geiß ihr Kitz
möglicherweise über Nacht wieder in die Wiese hinein! Da
nützen auch flatternde Plastiktüten oft nichts.
Mit modernster Technik und viel Herz im Einsatz
Jedes gerettete Rehkitz ist ein wichtiger Erfolg
